Wie man ein stabiles, aber dynamisches Kundenerlebnis erschafft
>>Von Fredrik Abildtrup und Peter Niemeyer
Evolution ist der beste Beweis für den Fakt, dass nichts stabil ist; konstante
Veränderung regiert die Welt und sich verändernde Kundenanforderungen regieren
Ihr Geschäft. Mit Kundenwünschen Schritt zu halten, ist eine anspruchsvolle
Aufgabe. Verschärfter Wettbewerb zwingt Unternehmen zu einer vollständigen
Integration von dynamischen Kundenanforderungen, um diese schneller und
zufriedenstellender erfüllen zu können.
Globaler Wettbewerb, überfüllte Märkte mit nur gering differenzierten
Produkten und Jahre konstant ansteigender Verkaufszahlen werden jetzt von
flacheren Verkaufskurven abgelöst. Diese Entwicklung zeigt intelligenten
Wettbewerbern, dass sich ihr Fokus ändern muss. Vielmehr als Ressourcen
ausschließlich zur Neukundengewinnung zu nutzen, sollten Unternehmen versuchen,
ihre Kundenloyalität zu erhöhen und ihre Kundenabwanderungsrate zu senken. Für
viele Unternehmen ist dies ein sehr anspruchsvoller Prozess, da viele verschiedene
Teile der Organisation betroffen sind.
>> Sie können fast alles kontrollieren, aber nicht Veränderung... Oder
können Sie doch?
Der Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ist einfach- Vorbereitung. Wenn
der „wind of change" anfängt zu blasen und Sie lassen den Zufall Ihr Geschäft
bestimmen, dann sind die Probleme nicht weit entfernt. Der Schlüssel zum Erfolg
liegt darin, so viele Gebiete wie möglich zu kontrollieren, um Ihr Segel in den
Wind zu drehen.
Im Stande zu sein, der Stimme Ihrer Kunden "live" zu lauschen, ermöglicht es
Ihnen, ein Frühwarnsystem zu etablieren, das Ihnen sich verändernde Präferenzen
oder Probleme Ihrer Kunden anzeigt und Ihnen genug Zeit gibt, darauf zu
reagieren.
>> Wo sollten Sie anfangen?
Das Problem, das viele Unternehmen haben, besteht darin, dass sie nicht
wissen, wie sie die Stimme ihrer Kunden hören können. Grundsätzlich muss dazu
verstanden werden, wie man Kunden-Erlebnisse quantifizieren, messen und verfolgen kann. Ein klares Verständnis darüber,
was gemessen werden muss und in welcher Weise entsprechende Daten gesammelt und
analysiert werden, befähigt das Unternehmen dazu, die gewonnenen Kundendaten in
einen strategischen Vorteil umzuwandeln. Das Hauptziel all dieser Bestrebungen
sollte sein, herauszufinden, was einen normalen Kunden in einen loyalen Kunden
verwandelt.
Es ist eine Tatsache, dass sich die meisten Unternehmen auf relativ alte und
unzuverlässige Systeme zur Messung ihrer Kundenloyalität verlassen. Beispielsweise
werden lediglich das Verkaufsvolumen beobachtet oder Vertriebsrepräsentanten
gebeten, Kundenanforderungen und -erlebnisse zu beschreiben. Oftmals werden
auch die Anzahl der Kundenbeschwerden dokumentiert und analysiert. Diese Aktivitäten sind natürlich
nicht ohne Wert; dennoch sind die Ergebnisse oft verfälscht, da nicht wirklich
das gemessen wird, was gemessen werden sollte. Falsche Daten führen zu falschen
Interpretationen und somit zu einer Verzerrung der Stimme Ihrer Kunden. Das
Risiko, falsche Schlussfolgerungen zu ziehen und damit unklug zu handeln,
erhöht sich signifikant. Statische Momentaufnahmen, die durch einmalige und relativ
eingeschränkte Kundenbefragungen generiert werden, sind nicht dazu in der Lage,
dynamische, sich ständig ändernde Kundenanforderungen abzubilden. Auf lange
Sicht gibt es keine Alternative zu einem im gesamten Unternehmen voll
integrierten Kundenbefragungsprogramm, das Teil des täglichen Geschäftes
ist.
>>Die
folgenden Kriterien sind kritisch für ein erfolgreiches
Kundenbefragungsprogramm:
- Es muss ein integrierter
und stetig voranschreitender Teil des täglichen Geschäfts sein, um die
Dynamiken in den Kundenanforderungen zu erfassen
- Es muss einfach zu
verstehen und zu interpretieren sein
- Es muss zuverlässige
Resultate produzieren, an die Ihre Angestellten glauben
- Leistung und Lohn müssen
mit dem Programm verknüpft werden
- Es muss realisierbare
Implikationen für das Management und die Angestellten generieren
>> Die Geschichte hat gezeigt, dass sich Marktführer verschiedener
Industrien in einigen Dingen ähneln: beispielsweise hören sie ihren Kunden zu
und erreichen dadurch einen hohen Grad an Kundenloyalität. Folgende Parameter
haben sie weiterhin gemeinsam:
- Marketing und Vertrieb sind
primär für das Design der Kundenbefragungen verantwortlich
- Das Top-Management und im Speziellen
die Marketing-Abteilung sind Vorreiter innerhalb des Kundenbefragungsprojektes
- Alle Mitarbeiter haben
Zugang zu Ergebnissen von Kundenbefragungen
- Interne und externe
Qualitätsindikatoren sind eng miteinander verbunden
- Ergebnisse aus
Kundenbefragungsprogrammen sind leistungsorientiert
- Ergebnisse aus
Kundenbefragungen werden auch in Referenz zu anderen Wettbewerbern gesetzt
>>Die folgende Methodik kann
Ihnen helfen, die geforderten Resultate zu erreichen.
Als ersten Schritt müssen Sie die menschlichen Schnittstellen zu Ihren
Kunden identifizieren und in Ihrer Wichtigkeit ordnen. Es ist essentiell, eine
multidimensionale Herangehensweise zu etablieren, um ein umfassendes Bild
zeichnen zu können, welches geschäftskritische Bereiche aufzeigt.
Der zweite Schritt besteht nun darin herauszufinden, welche Charakteristika
jeder Schnittstelle eigen sind. Das Hauptziel ist, Kundenbefragungen
individuell an die verschiedenen Schnittstellen anzupassen, sodass ein
Höchstmaß an Umfragevalidität ermöglicht wird. Auf diese Weise können Sie
Fragen formulieren, die mehr in die Tiefe gehen und somit das Messen von abstrakteren
Elementen wie etwa Kundenerfahrungen gewährleisten.
Nachdem die ersten zwei Schritte vollzogen wurden, ist es an der Zeit, eine
Befragungsstruktur zu entwickeln, die
automatisiert und permanent eine aktive Erweiterung des täglichen Geschäfts darstellt.
Zwei Fakten sind dabei essentiell, um ein Höchstmaß an Qualität der gewonnenen
Daten zu erreichen.
- Alle Kunden beantworten
die Umfrage exakt in dem Moment, in dem sie ihre Erfahrung machen.
- Kunden, die an der
Befragung teilnehmen, werden zufällig ausgewählt, sodass die Stichprobe
eine möglichst hohe Güte aufweist.
Wenn die Kundenbefragung begonnen hat, liegt der Fokus darauf, die
gewonnenen Informationen in wertvolles Geschäftswissen umzuwandeln. Um den
Umwandlungsprozess zu erleichtern, ist es besonders wichtig, die Resultate für
möglichst viele Mitglieder der Organisation zugänglich zu machen. Auf diese
Weise fällt es leichter, optimale Kundenerlebnisse in existierende Standards zu
integrieren, interne Branding-Prozesse zu beschleunigen oder Schulungsprogramme
zu etablieren, um einen nachhaltigen Erfolg sicherzustellen.
Die Resultate befähigen das Management dazu, eine klar definierte sowie an
die Organisation angepasste Strategie zu
entwickeln, die ein optimales Kundenerlebnis garantieret. Dadurch können
„normale" Kunden in loyale Kunden verwandelt werden. Positive Mundpropaganda
tut ihr übriges, wobei einige Kunden wahre Verfechter Ihres Unternehmens
werden.
Des Weiteren sprechen die Leute innerhalb Ihres Unternehmens formell und
informell über die Kundenbefragung. Diese Energie können Sie nutzen, um die
Ergebnisse noch mehr zu verbessern. Mit der richtigen Kommunikation kann der
Kundenbefragungsprozess die Menschen zueinander bringen. Probleme werden somit
im Team diskutiert und Lösungen gemeinsam gesucht. Die Mitarbeiter selbst -
vorausgesetzt Sie haben die richtigen Mittel und Richtlinien - können das
Unternehmen zurück in den Fahrersitz bringen, um effektiv der Stimme Ihrer
Kunden zu lauschen.
Wenn Sie jetzt denken, dass sich das alles wie eine utopische Geschichte
anhört, dann rufen Sie uns an, sodass wir Ihnen das Gegenteil beweisen können.
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