Schenken Sie Ihren Kunden ein Lächeln
>>von Daniela Guido und Olivia Brunner
Vor
einiger Zeit, da kannten Geschäftsführer ihre Kunden noch beim Namen. Block und
Stift hatten sie jederzeit griffbereit, um sich deren Wünsche zu notieren. So kannten
sie nicht nur das Kundenverhalten jedes einzelnen, sondern konnten auch - angepasst
an die individuellen Bedürfnisse - entsprechende Produkte liefern, bevor der
Kunde diese überhaupt verlangte. Eine durchaus nette Geste um dem Kunden für
seine Loyalität zu danken. Heute ist die Realität aber eine andere. Unternehmen
denken groß. Sie richten ihren Fokus nicht mehr auf das Individuum, sondern auf
den Profit, den sie mit den Kunden erzielen
können. Sie investieren in Technologien und teure Marketingstrategien, die den
Verkauf anzukurbeln versprechen, anstatt sich auf die Bedürfnisse jedes
einzelnen zu fokussieren. Doch: Geht diese Rechnung am Ende auf? Ist etwa der
Kunde von heute anspruchslos geworden?
Nein,
ist er nicht. Der Kunde ist noch immer ein Mensch und gibt sich nicht plötzlich
mit weniger zufrieden. Was sich aber in den letzten Jahrzehnten verändert hat,
ist seine Einstellung gegenüber Unternehmen.
Obwohl Kunden heute schwerer zu kriegen sind wünschen sie sich trotzdem eine romantische
Behandlungsweise. Sie geben sich vordergründig zwar als unabhängig und drohen
bei der kleinsten Unzufriedenheit mit einer „Trennung", doch in Wirklichkeit
wollen sie ihre Energie nicht mit der Suche nach etwas Neuem verpuffen. Sie
lassen sich zwar nicht mehr von billigen Verführungsstrategien fangen, trotzdem
wollen sie eine gesunde Portion Aufmerksamkeit. Falls Sie sich spätestens an
dieser Stelle fragen, ob Sie einen Artikel über Liebesbeziehungen lesen, kann
ich Sie beruhigen. Um Beziehungen geht es zwar sehr wohl, aber um
Kundenbeziehungen.
Rufen
wir uns dazu vorerst in Erinnerung, dass die Gefahr der Kundenabwanderung immer
hoch ist. Es wäre daher die falsche Entscheidung, sich nach einem erfolgreichen
Vertrags- oder Kaufabschluss zurückzulehnen. Denn die Kundenbetreuung nach dem
Verkauf ist erst der Beginn eines langen Weges, der viele Fallen birgt. Damit
daraus mehr als eine flüchtige Affäre wird, sollte ein besonderes Augenmerk auf
die folgenden drei Punkte gerichtet werden:
- Würde
der Kunde wieder bei Ihnen einkaufen?
- Besteht
die Möglichkeit, dass der Kunde zur Konkurrenz wechselt?
- Besteht
die Möglichkeit, dass der Kunde Ihre Dienstleistungen weiterempfiehlt?
Wie
aber kann ein Unternehmen diese Faktoren steuern? Das Geheimnis liegt im
direkten Kundenkontakt. Denn auf keine einfachere Weise erfährt man, was Kunden
denken. Mit diesem Wissen ist man danach fähig, die oben genannten Faktoren zu
steuern. Dies wiederum ist nötig, um eine lang andauernde, treue
Kundenbeziehung aufbauen zu können.
Um
einen Kunden dauerhaft glücklich zu machen, sollte mit gleichem Enthusiasmus
vorgegangen werden, wie damals als man ihn gewinnen wollte. Permanente
Messungen von Kundenerfahrungen ermöglichen Kundenverhalten in spezifischen
Marktsegmenten zu analysieren. Diese permanenten Messungen liefern wertvolle
Daten über das Kundenverhalten, die wiederum auf das Kaufverhalten schließen
lassen. Kennt eine Firma erst die Vorlieben, das Verhalten und die Erwartungen eines
einzelnen Kunden, können Werbemaßnahmen kosteneffizient gesteuert werden und
unterschiedliche Kundengruppen gezielt angegangen werden. Eine gute
Marketingstrategie macht genau diesen kontinuierlichen Kundendialog aus. Vor
allem wenn man bedenkt, dass der Verlust eines lukrativen Kunden ein finanzielles
Loch verursachen kann.
Wir
sollten zudem nicht vergessen, dass wir alle Konsumenten sind. Schließen Sie
also die Augen und fragen Sie sich: „Wie will ich als Kunde behandelt werden?" Wie
ein Produkt angeboten wird, ist genauso entscheidend wie das Produkt an sich. Und
nun stellen Sie sich folgende Frage: „Weiß ich, was meine Kunden denken?".
Falls Sie diese Frage nicht beantworten können, sollten Sie darum bestrebt
sein, die Antwort dazu zu erhalten. Denn ein emotional befriedigter Kunde
steuert einiges mehr zum Gewinn bei als ein nur rational befriedigter Kunde. Geben
Sie ihm deshalb das Gefühl der Einzigartigkeit, überraschen Sie ihn mit einem
Angebot, dass seinen Bedürfnissen entspricht. Die Wahrscheinlichkeit, dass er Ihrem
Unternehmen treu bleibt, ist so um einiges höher. Es geht um das Gefühl,
welches der Kunde mit einer Firma verbindet, um das Gefühl des Gebens und
Nehmens. Sich nachhaltig um die Kunden zu kümmern, verringert deren
Abwanderungspotential. Lassen Sie es Ihren Kunden spüren wie viel er Wert ist.
Um
eine objektive Bewertung in Kundenzufriedenheitsumfragen zu erzielen, können
externe Berater eine Hilfe sein. Denn diese haben keine emotionale Bindung zum
Unternehmen und können, da sie unvoreingenommen sind, die Kundenbedürfnisse
besser verstehen. Unternehmen, denen die Kundenzufriedenheit ein wichtiges
Anliegen ist, sollten eine Kundenbindungsstrategie entwickeln, um
herauszufinden was Kunden wann und wie wollen. Dies erfährt man einzig und
allein, wenn die Kundenerfahrungen gemessen werden. Machen Sie es richtig:
holen Sie an allen relevanten Kontaktkanälen Informationen ein, vergessen Sie
dabei aber nicht die Basics eines Customer Lifecycles.
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